Risikomanagement - Pflichten und effiziente Organisation

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Ein Risikomanagementsystem (RMS) wird mittlerweile von allen Seiten gefordert. Um die Anforderungen effizient und nutzbringend zu erfüllen und keine bürokratischen Doppelstrukturen aufzubauen, sollten die diversen RM-Elemente geschickt mit den bestehenden Strukturen verwoben werden.

Die drei essenziellen Bausteine des Risikomanagements – Risikoanalyse, -bewertung und Entwicklung von Schutzmaßnahmen – sollten auf mehrere Schultern verteilt werden.
So können Routinegespräche der Geschäftsführung mit Abteilungsleitern genutzt werden, um betriebswirtschaftliche und medizinische Risiken gebündelt zu diskutieren. Beispiel: Fallzahlen, Komplikationen und CIRS-Meldungen.

Die Analyse und Bewertung strategierelevanter Aspekte wie beispielsweise Markt-, Leistungs- und Erlösentwicklung lassen sich im Rahmen jährlicher Strategieworkshops mit Führungskräften vornehmen. Positiver Nebeneffekt: Die bessere Information über Situation und Ziele des Unternehmens stärkt die Identifikation mit ihm.

Risiken, die sich aus Qualitätsdaten sowie aus (Risiko-) Audits ergeben, können in Qualitätskonferenzen bearbeitet werden, wozu regelmäßig eine Krankenhausleitungssitzung umgewidmet werden kann.
Wenn in all den jeweiligen Protokollen und Berichten gedanklich oder tatsächlich die Rubrik „Risikomanagement“ ergänzt wird, so ist das bereits die halbe Miete. Zum Nachweis gegenüber Dritten sollten diese praxisnahe Organisationsform sowie die Arbeitsergebnisse zentral dokumentiert werden. Dazu dienen u. a. ein Organigramm, eine Kommunikationsmatrix, die Auditplanung sowie Protokolle, Maßnahmen- und Projektpläne. Eine Kopie an den QBM genügt.

Dies alles funktioniert nur dann so leicht, wie es klingt, wenn diese Form des RM sorgfältig geplant wurde:

  • Wer sammelt wo welche Daten?
  • Wie werden diese aggregiert, wem zur Verfügung gestellt?
  • Welche Daten sind so wichtig, um sie in zentralen Sitzungen auszuwerten?
  • Wer prüft die Umsetzung von Maßnahmen?

Wir klären diese Fragen mit Ihnen und beraten Sie beim Aufbau eines passenden Risikomanagements.

Was verpflichtet zum Risikomanagement?

  • Nahezu alle Kliniken sind per Gesetz unmittelbar oder mittelbar zum Risikomanagement (RM) verpflichtet: § 91 II AktG; „Ausstrahlungswirkung“ laut Begründung zum KonTraG; für GmbH via § 43 I und II GmbHG; für öffentliche Häuser via § 53 HGrG und Prüfungsstandard IDW PS 720.
  • Versicherungen können ein RM vertrag­lich verlangen. Verstößt das Krankenhaus gegen diese Pflicht, verliert es u. U. gem. § 28 Abs. 1 VVG den Deckungsschutz mit allen Folgen.
  • Durch Verhandlung mit den Versicherungen lässt sich ggf. ein Prämienanstieg vermeiden bzw. eine Prämiensenkung vereinbaren, wenn im Gegenzug ein RMS eingeführt wird.
  • Länderspezifische Hygieneverordnungen fordern ein Hygiene-RM.
  • Für die Kreditwürdigkeit ist ein RMS vorteilhaft. Seit Basel II verlangen Banken ein Risikomanagement als Voraussetzung für einen Kredit.
  • QM-Systeme und Zertifizierungsverfahren verlangen ein RMS (z. B. KTQ-Kriterium 5.5.1; DIN ISO-Kapitel 8.5.3 Vorbeugungsmaßnahmen).



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