Risikomanagement bei zunehmender Klagefreude unerlässlich

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Sichern Sie sich ab! 6 Schritte zum Risikomanagement.

„Haftpflichtfälle hatten wir noch nie!“
So einfach kann eine Risikoanalyse sein. Doch die Statistik lässt sich nicht austricksen: Nach US-amerikanischen Studien werden ein Prozent aller Patienten durch einen schuldhaft verursachten Behandlungsfehler geschädigt (deutsche Daten liegen nicht vor).

Wer also noch keinen Haftpflichtfall hatte, hat nicht etwa besonders vorsichtig agiert, sondern schlicht Glück. Denn die Ansprüche der Patienten und die Empflindlichkeit für (vermeintliche) Behandlungsfehler steigen stetig und mit ihnen die Zahl der Klagen und Strafanzeigen. Die Höhe von Schadenersatz- und Schmerzensgeldforderungen steigt ebenso. Die Gerichte sind eher klägerfreundlich. Nicht direkt nachweisbare Behandlungsfehler werden zunehmend durch Alternativtatbestände wie mangelnde Aufklärung, Dokumentation oder Organisation ersetzt.

Das Arzthaftpflichtrecht ist quasi Richterrecht. Es wird stets ex post entschieden, ob alle Vorkehrungen getroffen wurden, um eine ordnungsgemäße Behandlung und sichere Umgebung zu gewährleisten. „Hinterher ist man immer schlauer“ gilt hier nicht. Die Richter, genauer die Gutachter, sind regelmäßig der Ansicht, den Schaden hätte man vorhersehen und verhindern können. Risikoprävention lohnt sich also. Und mit einem konsequenten Risikomanagement hat man auch gegenüber Versicherern eine bessere Verhandlungsposition.

Wirtschaftliche und medizinische Risiken bedenken
Unter die medizinischen Risiken fallen Aufklärung, Organisation, Dokumenta­tion und Gerätesicherheit. Störungen in den Bereichen Kommunikation, Kooperation und Koordination führen umso häufiger zum Organisationsverschulden, je mehr ungeklärte Schnittstellen durch die zunehmende Arbeitsteilung entstehen.

Neben den klassischen Behandlungsfehlern müssen auch Risiken unter den Aspekten Betriebswirtschaft, Patienten- und Mitarbeitersicherheit, EDV-Systeme, Umwelt, Brandschutz und Kommunikation (Stichwort: Imageverlust) berücksichtigt werden.

Unten sind Schritte zum Risikomanagement dargestellt, wobei die ersten drei analytischen Schritte als „Risikoassessment“ bezeichnet werden. Die Risikosuche und -bewertung erfolgt anhand von Statistiken, Organigrammen und Arbeits- und Dienstanweisungen, die sinnvoll durch Gespräche, Begehungen und Beobachtung der Arbeitsabläufe vor Ort ergänzt werden. Praxisnahe Schadensszenarien verdeutlichen, wie sich welche Risiken unter definierten Rahmenbedingungen auswirken. Insbesondere zur Sensibilisierung der Mitarbeiter bieten sich solche Szenarien an.
Ein „kleines Assessment“ sollte das Haus alle drei Jahre durchführen, um eine laufende Evaluation der Risiken zu gewährleisten. Weitere Bestandteile einer umfassenden Risikoanalyse sind u. a. die Auswertung der Schadenshistorie und die kontinuierliche Analyse von (Beinahe-) Ereignissen.
Fragen Sie uns zu unseren Leistungen im Bereich Risikoprävention und Risikomanagement.

Schritte zum Risikomanagement / Risikoassessment

  1. Identifizieren der für das jeweilige Krankenhaus spezifischen Risiken.
  2. Bewertung der Risiken.
  3. Entscheidung auf Grundlage der Bewertung, welche Risiken künftig zu vermeiden, zu vermindern, an den Versicherer abzugeben oder vom Krankenhaus selbst zu tragen sind.
  4. Erkannte Risiken anhand eines Maßnahmenplans beseitigen bzw. reduzieren.
  5. Mitarbeiter für allgemeine und spezifische Risiken sensibilisieren. Instrumente entwickeln, mit denen Mitarbeiter selbst Risiken erkennen und beheben können.
  6. Vorgehen im Schadensfall festlegen (Krisenmanagement, Krisen-PR).



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