Krankenhausärzte dringend gesucht

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Anzeigen schalten genügt nicht ...

Das Bundesarztregister vermeldet, dass derzeit 28 Prozent der Krankenhäuser offene Stellen im ärztlichen Dienst nicht besetzen können (Ost: 55 Prozent, West: 24 Prozent). Laut DKI-Krankenhausbarometer 2007 haben 73 Prozent der Krankenhäuser noch Probleme mit der Umsetzung des neuen Arbeitszeitrechts; rund 44 Prozent von Ihnen sehen eine der Ursachen in der Schwierigkeit, den Mehrbedarf an Ärzten zu decken. Vor allem in den ostdeutschen Bundesländern rücken Ärzte aus Osteuropa nach. Zwar mit gutem ärztlichen Know-how, aber häufig mit Sprachproblemen.

Die Vollbeschäftigung unter den deutschen Ärzten macht sie wählerisch. Kleine Häuser in weniger attraktiven Lagen müssen ihre Vorteile in Szene setzen. Beispiele sind ein breiterer Patientenkontakt oder flachere Hierarchien. Vor allem müssen sie mit einem exzellenten Teaching für junge Ärzte punkten. Die Höhe der Vergütung ist ein wichtiges, nicht jedoch entscheidendes Kriterium. Stärker wiegen die Arbeitsbedingungen, insbesondere die qualifikationsgerechte Aufgabenverteilung.

Eine langfristige Personalpolitik sollte Stellenanzeigen nahezu überflüssig machen. Sie erfordert die Bereitschaft, guten Kandidaten verlässliche Perspektiven zu bieten. Geschäftsführung, Personalabteilung und Chefärzte müssen dazu stärker als bislang gemeinsam planen.


Stellenanzeigen sind wie Heiratsannoncen:

Nachweislich haben jene den höchsten Rücklauf, die sich selbst statt den Wunschpartner ausführlich beschreiben. Blickt man ins Ärzteblatt, verspielen viele mit Floskeln ihre Kontaktchancen. In die Anzeigen gehören konkrete Fakten, z. B.  „begleitete Weiterbildung im Rotationssystem“ oder „Teilzeit mit 20 oder 30 Stunden möglich“, vorausgesetzt, die „verlockenden“  Bedingungen wurden auch geschaffen.

Die wichtigsten Trends:

  1. Deutsche Krankenhäuser werden weiterhin und stetig zunehmend auf ausländische Ärzte angewiesen sein.
  2. Der schnell und stark wachsende Frauenanteil wird die hierarchische Struktur verändern und familienfreundliche Angebote erzwingen.
  3. Der Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte wird weiter zunehmen

Reaktionsmöglichkeiten:

  1. Die Integration ausländischer Ärzte ist kostengünstiger als Reibungsverluste und Risikopotenzial der Sprachbarriere. Mangels guter Fachwörterbücher und -kurse müssen systematisch „Bordmittel“ entwickelt werden, z. B. Tandemsysteme.
  2. Familienfreundliche Arbeitszeiten und Angebote wie Kitas mit abgestimmten Zeiten organisieren.
  3. Ein ausgeprägtes Fort- und Weiterbildungsangebot baut den eigenen Nachwuchspool auf und erhöht die Attraktivität für externe Bewerber.
  4. Die Personalabteilung muss serviceorientiert arbeiten und formale Hürden vermeiden.
  5. Reorganisation, um eine strikt qualifikationsgerechte Aufgabenverteilung zu erreichen. Dies reduziert ggf. den Stellenbedarf und wirkt anziehend auf Ärzte.



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