Krankenhaus-Funktionsplanung 1 - Das Jahr, bevor der Architekt kommt

| Fachbeiträge

Ob Klinikneubau oder Umzug: Krankenhaus-Funktionsplanung ist das Bindeglied zwischen Architektur und Prozessen

Aktuell ist der Begriff „Krankenhausplanung“ nicht eindeutig defi niert und wird sogar unterschiedlich wahrgenommen. Während die Architekten von Ingenieursleistungen ausgehen, verstehen die Manager darunter eher die Bettenlisten und den Feststellungsbescheid. Wir verstehen unter Krankenhaus-Funktionsplanung die Betriebsorganisation mit Funktions- und Prozessplanung.

In Teil 1 unserer Reihe zur Krankenhaus- Funktionsplanung fokussieren wir auf die analytischen Basiserfordernisse.

Die Kernaufgabe der Krankenhaus- Funktionsplanung besteht in der Prozessoptimierung. Hier nur drei beispielhafte Fragen, um das Spektrum deutlich zu machen, das eine gelungene Architektur mit optimalen Abläufen verbindet:

  • Wie gut können die medizinischen Prozesse mit vorhandenen Gebäuden realisiert werden?
  • Haben wir zu viele oder zu wenige Räume in der Funktionsstelle, bspw. der Ambulanz? Fehlen vielleicht Nebenräume?
  • Wie gut verortet ist bspw. die Radiologie als befundorientierte, interdisziplinäre Schnittstelle?


Krankenhaus-Funktionsplanung ist das Bindeglied zwischen Architektur resp. Klinikbau einerseits und den Nutzern andererseits. Als Nutzer verstehen wir sämtliche Akteure im klinischen Behandlungsprozess zum Wohle der Patienten. Krankenhaus-Funktionsplanung bildet zugleich die Schnittstelle zur „klassischen“ Prozessberatung und zum Qualitätsmanagement.

Eine professionelle Krankenhaus- Funktionsplanung bedeutet: Zufriedene Patienten, zufriedene Mitarbeiter, keine Terminverschiebungen.


Fünf Phasen der Krankenhaus- Funktionsplanung: Kontinuierliche Evaluation und Validierung

Ähnlich den Leistungsphasen der Ingenieursplanung bei Bauprojekten gibt es auch verschiedene Phasen der Krankenhaus-Funktionsplanung.


Phase Eins:

Grundsätzlich sollten alle Bauaktivitäten und damit Investitionen auf einer strategischen Gesamtplanung aufbauen. Hier werden aus funktionaler Brille die baulichen Erfordernisse für die Zukunft hergeleitet und grundsätzliche Festlegungen zur Betriebsorganisation getroffen.


Phase Zwei:
In einer nächsten Stufe gilt es, Projekte herzuleiten. In diesem Kontext ermitteln die Planer die individuellen Erfordernisse in der Klinik und dokumentieren Grundlagen der Betriebsorganisation. Diese Phase bildet die Basis für alle späteren Planungen aus der Baubrille. Kurzgesagt bedeutet in dieser Phase Krankenhaus-Funktionsplanung „Das Jahr bevor der Architekt kommt.“


Phase Drei:

Während der laufenden Projekte, ganz gleich ob großer Klinikneubau oder Umbauten im Bestand, gilt es immer wieder, die Betriebsorganisation zu überprüfen und zu bewerten. Dies geschieht in Nutzerrunden und im Zusammenspiel mit der Architektur. Das bedeutet, dass auch die Betriebsoganisation keine, zu Beginn erfolgte, einmalige Festschreibung ist, sondern dass auch dies ein lebendiger, kontinuierlicher Prozess ist.


Phase Vier:
In der Feinplanung werden die konkreten Abläufe in den sogenannten Funktionsstellen beschrieben und der dazugehörige Personal- und ITBedarf ermittelt.


Phase Fünf:

Mit der Fertigstellung einher geht die Phase des Inbetriebnahme-Managements. Hier werden alle relevanten und erforderlichen Maßnahmen im Gesamtüberblick geplant und koordiniert.

Dr. Philip Engel ist Partner der JOMEC GmbH und Experte für Krankenhausplanung und Prozesse. 




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