Klinikbau professionalisieren!

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Ganzheitliches Wissen über Prozesse, Betriebsabläufe und Baukoordination nutzen

Wenn es in Krankenhäusern darum geht Kosten zu sparen, sind Bau, Technik und Gebäudemanagement die am meisten verkannten Stellschrauben. Wer beim Klinikbau einen eigenen, ausschließlich den Interessen der Klinik verpflichteten Fachplaner als Kontrollinstanz des Generalplaners oder Architekten einsetzt, ist bei Um- und Neubauten auf der sicheren Seite. „Nach unserer Erfahrung entstehen 10 bis 20 Prozent der Kostenüberschreitungen schon allein durch die mangelhafte Koordination in der Planungsphase“, sagt JOMEC-Geschäftsführer Dr. Hans-Peter Schlaudt. Als Beispiele nennt er Einsparmöglichkeiten in Höhe von 160.000 Euro für die Zentrale einer Gebäudefunkanlage, 250.000 Euro für eine Brandmeldeanlage, 1.179.000 Euro für ein Blockheizkraftwerk mit Absorber und jährlich eingesparte Betriebskosten in Höhe von 530.000 Euro bei einer Heizungsanlage.

Das auf Klinikmanagement spezialisierte, bundesweit tätige Beratungsunternehmen mit Sitz in Berlin analysiert im Bereich Bau auch sämtliche Planungsschritte angefangen bei den künftigen Rahmenbedingungen über die Strategieentwicklung bis zum Prozessmodell. „Vor allem bei Heizung, Lüftung, Sanitär und Elektro haben wir festgestellt, dass 89 Prozent der Leistungsverzeichnisse nicht dem tatsächlichen Bauansatz entsprachen. Fast alle enthielten Reservepositionen, um Planungsänderungen und Kostennachträge zu kompensieren“, berichtet Wolfgang Müller, bei JOMEC tätiger Diplom-Ingenieur und langjähriger Technischer Leiter von Krankenhäusern. „Erfinderisch sind die ausführenden Firmen auch bei der Generierung von Nachfolgeaufträgen während der Bauzeit. Statt im Sinne ihres Auftraggebers agieren sie häufig eher im eigenen Interesse“, kritisiert er.

Schon bei der Planung an die laufenden Kosten denken
Eine sinnvolle interne Planung beginnt lange bevor Architekten oder Generalplaner beauftragt werden. Im Vorwege einer Ausschreibung gilt es verbindlich zu klären, welche Funktionen ein Gebäude im Detail erfüllen soll, wie einzelne Klinikbereiche miteinander verzahnt  werden sollen und welche Gebäudeform für das Bauvorhaben am besten geeignet ist: „Die Gebäudeform entscheidet über Wege, die Patienten, Personal und Material später nehmen müssen. Zeit ist Geld: Je kürzer die Wege sind, desto mehr Kosten spart ein Klinikbetreiber über die Jahre im laufenden Betrieb“, erläutert Dr. Hans-Peter Schlaudt, selbst Arzt und Geschäftsführer von Kliniken.

Noch vor Ausschreibung und dem ersten Spatenstich muss der Baugrund auf etwaige Schwachstellen und Besonderheiten hin überprüft werden. Erst wenn diese und andere grundsätzliche Fragen im Detail geklärt sind, sollte ein Architekt oder Generalplaner beauftragt werden. Vertraglich festzulegen sind dabei ebenso ein verbindlicher Kostenrahmen wie die maximale Bauzeit einschließlich der Festlegung von Vertragsstrafen für alle am Bau beteiligten Firmen. Noch vor Baubeginn sollte die Architektenplanung nochmals detailliert mit den Parametern des Auftrags abgeglichen werden.

Um bei unvorhergesehenen Ereignissen rechtzeitig gegensteuern zu können, sollte der komplette Bauprozess einem ständigen internen Controlling und Austausch mit dem Generalplaner und Architekten unterliegen. „Viele Technische Leiter von Krankenhäusern können eine so umfassende Aufgabe selbst nicht wahrnehmen, weil sie mit dem operativen Geschäft ihrer Häuser bereits ausgelastet sind. Einen auf Klinikbauten spezialisierten externen Bauberater mit dieser wichtigen Aufgabe zu betrauen, ist daher in jedem Fall ratsam und unterm Strich günstiger als ein ausuferndes Bauprojekt, das am Ende womöglich noch Anwälte und Gerichte beschäftigt“, rät Dr. Schlaudt.

Bei Krankenhausplanungen spielen die Wünsche vieler eine Rolle. Seitens der Klinikleitung oder des Bauherren ist planerische (Selbst-)Disziplin gegenüber dem eigenen Haus, aber auch gegenüber ambitionierten Politikern erforderlich. Wachsende Bedürfnisse sollten sich nicht in immer neuen baulichen Nachforderungen niederschlagen. „Auf bauliche Wünsche von Chefärzten muss eine Klinikleitung differenziert reagieren, so Dr. Schlaudt. „Eine millionenschwere Investition muss sich auch nach einem Chefarztwechsel noch rentieren, und sie muss dem Bedarf der Region entsprechen.“
Umplanungen jeder Art kosten zusätzlich Zeit und verteuern ein Bauprojekt unnötig. „Optimal läuft es, wenn ein Bau plus minus drei Prozent von der Planung abweicht“, resümiert Wolfgang Müller aufgrund seiner über 30-jährigen Berufserfahrung im Klinikbau.




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