Klinikstresstest - die Basis für eine Restrukturierung!

Klinikstresstest - die Zukunftsfähigkeit checken!

JOMEC hat mit dem „Klinikstresstest“ eine objektive Bewertungssystematik zur Messung der Zukunftsfähigkeit von Krankenhäusern entwickelt. Angesichts einer seit Jahren anhaltenden wirtschaftlichen Negativentwicklung vieler Krankenhäuser, müssen sich alle Stakeholder grundlegende Fragen stellen.

Hier setzt der Klinikstresstest an, denn er erlaubt eine objektive und wissenschaftlich fundierte Feststellung zur Zukunftsfähigkeit des Krankenhauses und ermöglicht die Ableitung zielgerichteter Handlungsoptionen. Der im Klinikstresstest ausgewiesene Klinikstresswert (KSW) ermöglicht,

  • eine fundierte Feststellung der Situation eines Krankenhausstandortes und die Einordnung durch den KSW,
  • die Bewertung der Wirksamkeit von Restrukturierungsmaßnahmen auf den KSW und
  • die Verbesserung der Risikoabschätzung bei Finanzinvestitionen aus Sicht der Klinikträger, Fördermittelgeber und Banken.

Im Rahmen der Klinikindividuellen Ermittlung des Klinikstresswertes, der Vorbereitung und Umsetzung wirksamer Maßnahmen zur Lageverbesserung werden die vorhandenen Schwachstellen und Ursachen für die Krisenentwicklung und zielführende und nachhaltige Lösungsvorschläge herausgearbeitet.

Lesen Sie im Kurzüberblick: Qualitätsindikator Klinikstresstest pdf

Der Klinikstresswert (KSW) – der Indikator zur Zukunftsfähigkeit

Mit Hilfe valider Kennzahlen können auf der Basis des Jahresabschlusses, Anzeichen für eine mögliche Krisenentwicklung aufgedeckt werden. Im Stresstest wird in einem ersten Schritt, die Rentabilität eines Krankenhauses auf der Basis der Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre ermittelt. Die generierten Kennzahlen werden in einem zweiten Schritt mit statistisch ermittelten Richtwerten verglichen, um so zu einer objektiven Bewertung der Rentabilitätslage zu kommen.

Die gewichteten Kennzahlen werden schlussendlich zu einem Gesamtwert, dem „Klinikstresswert“ (KSW) aggregiert, der eine Einschätzung zur Zukunftsfähigkeit eines Krankenhauses in einer Kennzahl erlaubt.
 
Für jede Klinik wird der Stresswert (KSW) ermittelt, der die folgende Aussagekraft besitzt:

  • KSW 1 = Die Klinik ist sehr gut aufgestellt. Liquidität, Rentabilität und finanzielle Stabilität sind besser als die Richtwerte.
  • KSW 2 = Die Klinik ist gut aufgestellt. Liquidität, Rentabilität und finanzielle Stabilität liegen leicht über den Richtwerten.
  • KSW 3 = Die Klinik ist befriedigend aufgestellt. Liquidität, Rentabilität und finanzielle Stabilität entsprechen den Richtwerten.
  • KSW 4 = Die Klinik ist noch ausreichend aufgestellt. Liquidität, Rentabilität und finanzielle Stabilität liegen unter den Richtwerten. Es besteht Restrukturierungsbedarf!
  • KSW 5 = Die Klinik ist mangelhaft aufgestellt. Liquidität, Rentabilität und finanzielle Stabilität liegen unter den Richtwerten. Es besteht eine erhöhte Insolvenzgefahr!

Für jedes Krankenhaus lässt sich somit eine valide Positionsbestimmung durchführen und in der Folge ableiten, mit welchen Maßnahmen eine Verbesserung des KSW erreicht werden kann. Damit wird gewährleistet, dass die geplanten oder bereits eingeleiteten Maßnahmen tatsächlich zur Verbesserung der Unternehmenslage führen können. Es wird quasi die Wirksamkeit der Maßnahmen auf die Gesundung des Unternehmens geprüft.

Warum ist der Klinikstresstest notwendig?

Angesichts einer seit Jahren anhaltenden wirtschaftlichen Negativentwicklung vieler Krankenhäuser, stellen sich grundlegende Fragen, wie beispielsweise nachfolgend aufgeführt:

  • Welche Kliniken sind in ihrer wirtschaftlichen Existenz akut gefährdet oder zukunftsfähig?
  • Welche Maßnahmen sind von der Geschäftsführung bzw. von der Trägerseite einzuleiten, um diese Einrichtungen wirtschaftlich zu stabilisieren und gegebenenfalls neu auszurichten?
  • Ist der Krankenhausstandort trotz Sanierungsmaßnahmen wirtschaftlich noch haltbar?

Die Beantwortung dieser Fragen ist nicht nur zur Risikoabschätzung für öffentliche Träger, Banken oder Finanzierungspartner wichtig. Auch die Zuweisung von Fördermitteln und Zuschüssen durch die Bundesländer und Kommunen müssen an diese Fragen gekoppelt werden.

Die Fragen aus dem Blickwinkel der Finanzierung heißt also:

  • Sind die empfangenden Kliniken zukunftsfähig?
  • Welche Maßnahmen oder Auflagen müssen an die Kliniken mit einem Stresswert von 4 oder 5 geknüpft werden um die nachhalte Verwendung öffentlicher Mittel abzusichern?
  • Gibt es alternative Maßnahmen / Konzepte um die Versorgung der Bevölkerung in vergleichbarer Qualität aber mit geringem Mitteleinsatz zu sichern?

Für die Vergabe oder Bezuschussung z.B. mit öffentlichen Mitteln oder zur Einschätzung der Risiken im Rahmen von Finanzierungszusagen steht mit dem KSW eine wichtige Kennzahl zur Prüfung der Auswirkungen von Restrukturierungsmaßnahmen oder zur Einschätzung der Perspektive eines Klinikstandortes zur Verfügung.

Damit profitieren von den Analyseergebnissen neben Krankenhausträgern und der Geschäftsführung auch die Aufsichtsgremien und Entscheidungsträger auf landespolitischer und kommunaler Ebene. Die Ergebnisse sind Basis für Maßnahmen zur Sicherung, Ausbau oder Neuordnung eines Medizinstandortes.

Klinikstresstest: Studienergebnisse für Niedersachsen

17% der Krankenhäuser sind insolvenzgefährdet

Im Rahmen der Validitätsprüfung des KSW wurden die Bilanzen der Jahre 2013 bis 2015 der niedersächsischen Krankenhäuser unter die Lupe genommen und der entwickelte „Klinikstresswert“ (KSW) getestet.

Der KSW beschreibt die Situation des Unternehmens und drückt die Insolvenzgefahr, -wahrscheinlichkeit der untersuchten Kliniken aus. Die Bewertung erfolgt in fünf Stufen (siehe Klinikstresswert).

Die Ergebnisse zeigen für das Jahr 2015, dass sich für 23% der Kliniken in kommunaler Trägerschaft und 32% der frei-gemeinnützigen Kliniken der KSW 4 oder 5 errechnet. Das bedeutet, diese Kliniken und Träger sollten sich zügig mit der eigenen Lage und Restrukturierungsmaßnahmen zur Ergebnisverbesserung beschäftigen und hoffentlich schon beschäftigt haben, denn insgesamt sind 17% Prozent aller Krankenhäuser in Niedersachsen insolvenzgefährdet.

Bei Interesse an weiteren Details, sprechen Sie uns gern an: info@jomec.de

Zukunftssicher Investieren

Investieren in die Zukunft, dies ist die Aufgabe und die Herausforderung für viele Klinikmanager. Kaum Investitionsmittel durch die Länder, ständig steigende Betriebskosten, wachsende Anforderung an Qualität und Service und negative Betriebsergebnisse. Viele Geschäftsführer liegen ihren Aufsichtsgremien und Gesellschaftern schon lange in den Ohren, endlich für die notwendige Finanzausstattung zu sorgen.

  1. Hier prallen z.B. bei öffentlichen Trägern zwei Perspektiven aufeinander:
    Die Verantwortung für den Betrieb und die Zukunftsfähigkeit der Kliniken, die beim Klinikmanagement, den Aufsichtsgremien und den Gesellschaftern liegt.
  2. Die Verantwortung für eine funktionierende Gesundheitsversorgung in der Region und für die richtigen Steuerungsanreize durch die Politik, auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene.

Die Genehmigung kommunaler Zuschüssen setzt also intensive Vorarbeiten voraus. Damit es am Ende nicht um die Frage geht „Wer ist schuld?“, soll das Ergebnis des Klinikstresstests allen Beteiligten als unabhängige und vergleichbare Detektionshilfe dienen, um rechtzeitig den notwendigen Handlungsbedarf einschätzen zu können. Ziel des Klinikstresstests ist es, die Frage zu vermeiden „Wer und wann wurde die Lage nicht erkannt und warum sind die notwendigen Maßnahmen nicht eingeleitet worden oder die Finanzmittel noch bereitgestellt wurden?“. Für kommunale Träger ist es nicht immer leicht diese Punkte sauber zu trennen und getreu der Ebenen zu entscheiden. Dies ist aber ein Muss, um Interessens- und Compliance-Konflikte zu vermeiden. Spätestens im Fall der Insolvenz und verlorenen öffentlichen Mitteln muss sich jedes Mitglied im Aufsichtsrat oder Trägergremium unangenehme Fragen stellen lassen. Besser ist es also vorbereitet zu sein.

Ansprechpartner


Prof. Dr. Stefan Razik
s.razik@jomec.de


Dr. Hans-Peter Schlaudt
hp.schlaudt@jomec.de




News
Presse
Fachbeiträge
Newsletter
XING
Kontakt
Chance Healthcare
Chance Healthcare