Interimsmanagement - Chance für flexible Lösungen

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Immer mehr Kliniken stehen vor weitreichenden Umbrüchen. Interim-Management eröffnet da Alternativen, wo sonst nur radikalere Lösungen möglich sind. Interim-Manager helfen, personelle Vakanzen zu überbrücken. Sie übernehmen Verantwortung in Führungspositionen.

Durch langjährige und vielfältige Branchenerfahrungen bringen sie zusätzliches Knowhow in den Unternehmensprozess. Ob Reorganisation, Change-Management oder die komplette Sanierung, Interim-Management bietet Chancen, etablierte und oft festgefahrene Strukturen aufzubrechen. Bei neuen, festangestellten Geschäftsführern spielt auch die eigene, langfristige Perspektive eine Rolle. Sie müssen sich mit dem Träger gutstellen und Belegschaft ebenso wie das regionale Umfeld nicht vor den Kopf stoßen. Durch den Einsatz eines Interim Managers können sich Unternehmen darauf verlassen, dass ein Neuanfang auf sachlicher und unabhängiger Grundlage in Gang gesetzt wird. Sie erhalten eine hochqualifizierte und erfahrene Führungspersönlichkeit, die sich innerhalb kürzester Zeit in die Aufgabe einarbeitet, Probleme und Missstände offen anspricht und eine Lösung entwickelt.

Bei der Auswahl müssen sich die verantwortlichen Gremien jedoch entscheidende Kernfragen zur Situation des Unternehmens stellen:

  • Ist das Unternehmen in einer wirtschaftlichen Zwangssituation, passt die Organisationsstruktur noch zu den anstehenden Herausforderungen?
  • Bestehen Defizite bezüglich interner Kommunikation und Außendarstellung?


Ebenso zählt, welche Kultur bisher im Unternehmen gepflegt wurde. Häufig bestimmen verschiedene Problemfaktoren in unterschiedlicher Gewichtung die Ausgangslage. Die ehrliche Analyse der Unternehmenssituation zusammen mit der Festlegung und Reihung der wichtigsten Ziele ist unabdingbar.


Erfolgreiche Manager haben Expertise und Erfahrung. Sie müssen empathisch und adaptiv sein, sich schnell in neue Situationen herein finden. Meist beherrschen sie eine Sache besonders gut, z. B. situative Kompetenz mitzubringen – etwa als Sanierer oder Experte für Organisationsprozesse. Aber auch hier gilt „eierlegende Wollmilchsäue“ oder „Zauberer“ sind eher rar und nicht jeder Manager passt zu dem jeweiligen Unternehmen oder jeder Unternehmenssituation.
Ein Unternehmen braucht zu einem Zeitpunkt einen bestimmten Typus: Es kann eine dynamische, eine eher beruhigende Persönlichkeit gefragt sein, aber auch ein harter Sanierer. Jede Persönlichkeit wird das Unternehmen, seine Kultur und das Miteinander prägen. Deshalb ist es wichtig, sich im vornherein zu verdeutlichen, wie das Ergebnis aussehen sollte und wie lange man einen bestimmten Weg gemeinsam gehen möchte.


Ein Interim-Manager muss in Führung gehen können. Denn er hat Ergebnisse zu liefern - der wesentliche Unterschied zu einem klassischen Unternehmensberater. "Reine Sanierungsaufträge mit dem alleinigen Ziel Kosten zu senken, sind aus unserer Sicht nicht erfolgreich und mit vielen Widerständen verbunden“, erklärt Dr. Hans Peter Schlaudt. Der Geschäftsführer der JOMEC GmbH hält einen ganzheitlichen Ansatz für sinnvoll, bei dem die Mitarbeiter mitgenommen werden. Natürlich ist die Kostenentwicklung im Blick zu halten. Da Krankenhäuser reine Dienstleister sind, ist Cost Cutting aber nicht zielführend. Die Mitarbeitenden müssen in der Lage sein, Dienstleistungen auszuführen. Der Spagat zwischen Kostensenkung und Funktionstüchtigkeit muss konstruktiv gestaltet werden. „Man darf ein Haus nicht kaputtsanieren“, so Schlaudt. „Der Umgang mit den anvertrauten Patienten und auch die kollegiale und Berufsgruppen übergreifende Zusammenarbeit bedingt einen respektvollen Umgang. Rüde Eingriffe vergrößern nur die Probleme.“

Der Vergleich der verschiedenen Unternehmensformen vom Familienunternehmen bis zur börsennotierten Aktiengesellschaft verdeutlicht, welche treibenden Kräfte eine Rolle spielen. Von persönlicher emotionaler Prägung bis zu maximalen Renditezielen oder unternehmensinternen Machtfragen ist alles möglich. Erfolgreichen Veränderungen aber ist immer eines gemeinsam:

Transparenz, offene, schuldfreie Diskussionen und lösungsorientiertes Handeln.

Gerade bei kommunalen und konfessionellen Trägern werden Entscheidungen häufig auch unter politischen und emotionalen Gesichtspunkten getroffen. Hier kann ein Interim-Manager durch Neutralität konstruktiv einwirken. Schulungen etwa von Aufsichtsräten sind ein wesentliches Element, um irrationale Entscheidungen zu vermeiden und den Konsolidierungsprozess nicht zu gefährden. Ein neuer Kopf ist in der Lage, die verschiedenen Spannungen aufzufangen. Durch Transparenz, offenes Agieren und Kommunizieren gelingt es, Vertrauen gegenüber der Belegschaft und dem Personalrat zu schaffen. Er kann auch die Kommunikation nach außen unbelastet führen und, wenn die Zeit reif dafür ist, das Unternehmen wieder übergeben. Viele Geschäftsführer oder Chefärzte fürchten eine Abberufung und erleben diese als persönliches Scheitern. Doch Führungswechsel zur richtigen Zeit sind erforderlich, um ein Unternehmen weiterentwickeln zu können. Nicht alle Errungenschaften der Vergangenheit sind in der Zukunft noch sinnvoll.

Interim-Management zielt darauf ab, Ziele zu erreichen, die man sieht. Diese können je nach Situation einzelner Krankenhäuser oder Klinik-Verbünde völlig unterschiedlich sein. Bei Fusionen werden Interim Manager für die Leitung von Umstrukturierungsmaßnahmen oder zur Übernahme von besonderen Projekten gerufen. Vor allem, wenn während der Fusion personelle Kapazitäten fehlen. In der Post Merger Phase ordnen Unternehmen häufig Einstellungsstopps an. Doch mangelt es an dringend benötigter Fachkompetenz. Ein Interim- Manager kann beauftragt werden, auch wenn keine Mitarbeiter eingestellt werden dürfen.

Grundsätzlich dient das Management auf Zeit dazu, eine Neuausrichtung anzustoßen. Diese kann fachlich sein oder das Betriebsklima betreffen. Wichtig ist, Kontinuität herzustellen. Die optimale Zeitspanne richtet sich nach der Komplexität der Aufgaben. Sie kann vier Monate, ein halbes Jahr andauern oder in dauerhafter Geschäftsbesorgung münden. Interim-Management bietet auch die Chance, einen Geschäftsführer kennen und schätzen zu lernen. Die Gremien können in Ruhe abwägen, ob aus dem Manager auf Zeit eine dauerhafte Geschäftsführung des Unternehmens wird.




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