Compliance - mit einem Bein im Gefängnis!

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Jeder spricht davon, aber was bedeutet Compliance?

Das Bewusstsein für Compliance-Verstöße ist auch in deutschen Krankenhäusern deutlich gestiegen, insbesonderenachdem einige Fälle von Abrechnungsbetrug,diverse Hygieneskandale und Unstimmigkeiten bei Transplantationen durch  die Medien gingen. Nachdem auch Ermittlungsverfahren gegen Klinikgeschäftsführer eingeleitet wurden, fragen sich immer mehr Kliniken, wie sie sich z.B. vor fehlerhaften Abrechnungen und damit vor dem Verdacht des Abrechnungsbetrugs schützen können. „Compliance liegt originär in der Verantwortung der Unternehmensleitung“ so Dr. Michael Tsambikakis (Fachanwalt für Strafrecht und Medizinrecht, Köln).

Somit ist es die Aufgabe der Klinikleitung, das notwendige präventive Compliance-Management aufzubauen und zu leiten. Um sich vor dem ständig bestehenden Risiko eines Compliance-Verstoßes zu schützen, sollten Kliniken verbindliche Regelungen schaffen.

„Compliance-Regeln können nur dann effektiv sein, wenn diese gleich bei Implementierung kommuniziert werden und sich die Mitarbeiter zur Einhalg verpfl ichtet haben“ so Axel Nöding (Partner der JOMEC GmbH, Berlin).

Es bedarf Sanktionen bei Nichteinhaltung (zum Beispiel in Form von Abmahnungen, Streichungen von Bonuszahlungen, etc.), aber ebenso muss es positive Sanktionen (zum Beispiel in Form von öffentliches Lob, Gewährung von Fortbildungsmaßnahmen, Freizeitausgleich) geben, um die Akzeptanz der Regeln zu fördern. Um Compliance-Regeln im Unternehmen einzuführen, bedarf es keines neuen Managementsystems. Vielmehr können die Regelungen mit den bestehenden Führungs- und Managementprozessen verknüpft werden. Ein implementiertes Risiko und Qualitätsmanagementsystem beinhaltet bereits die Kerninhalte der gängigen Compliance-Regeln.

Beispielsweise fordert die DIN EN ISO 9001:2008 die Erfüllung von „Kundenerwartungen sowie allfälligen behördlichen Anforderungen“ und bildet damit die Basis für zahlreiche Regelungen. Daran ist erkennbar, dass Qualitäts-, Risiko- und Compliancemanagement untrennbar miteinander verbunden sind. Alle Systeme beinhalten die Bereitschaft einer Organisation, sich an festgelegte Regeln zu halten und diese bei Nichteinhaltung zu sanktionieren. Krankenhäuser sollten frühzeitig die Verantwortlichkeiten festlegen und einen „Compliance Officer“ ernennen. Das kann intern erfolgen oder an ein externes Beratungsunternehmen übertragen werden. Die Überwachung der Einhaltung von Compliance-Regelungen sollte über regelmäßige Risikoanalysen und Begehungen durch den Compliance Offi cer oder externe Beratungsfirmen erfolgen. Stichprobenartige Dokumentationskontrollen können somit Auffälligkeiten möglichst früh aufzeigen und so umfangreichere Compliance-Verstöße verhindern. Sämtliche eingeführte Maßnahmen sollten ausführlich dokumentiert werden, um im Zweifelsfall das Bestehen eines Compliance-Managementsystems belegen zu können.

Haben Sie Fragen oder brauchen Sie Unterstützung bei der Implementierung eines Compliance-Managementsystems? Gern stehen wir Ihnen für Rückfragen zur Verfügung.




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